Diese Seite war der Startschuß zum "book bashing"-Projekt. Aktuelle Updates, Vor- und Nachberichte zu einzelnen Performances und weiteres Material rund um Bücher und "book bashing" finden Sie im book bashing blog.



„Book bashing“

Literaturtransformation in
23 Einzel-Performances

Ein Aktionskunst-Projekt von
Anke Miksch und Mian Farrow

Im August 2007 kamen die Düsseldorfer Medienwissenschaftler Anke Miksch und Mian Farrow auf die Idee, aus alten, ausgedienten Büchern neue Kunst zu schaffen.

In 23 einzelnen Aktionskunst-Events werden Bücher, die niemand mehr kaufen oder lesen will, in eine neue Kunstform transformiert. Damit erweitert sich die Bestimmung eines Buches vom reinen Lese-Objekt zum übergreifenden Kunst-Objekt.



Die Idee

Am Anfang war eine Kiste voller ausgedienter Bücher, die – zum Teil 20, 30 oder 50 Jahre alt – niemand mehr kaufen oder lesen wollte. Sie wegzuwerfen brachte die Literatur- und Medienwissenschaftlerin Anke Miksch nicht übers Herz.

Ein Buch, das als solches keinen Zweck mehr erfüllt, kann jedoch seine „letzte Ruhe“ wesentlich würdevoller finden als in einem Altpapiercontainer. Gemeinsam mit dem Multimedia-Spezialisten Mian Farrow entwickelte Anke Miksch die Idee, eine Verwandlung vom Buch zur Kunst vorzunehmen. Dabei sollte den alten Büchern die Ehre zukommen, über ihre reine Lese-Bestimmung hinaus den Sinn für ein Aktions-Kunstwerk zu stiften. Der jeweilige Buchtitel sollte den Weg dorthin weisen. Das Performance-Kunst-Projekt mit dem Arbeitstitel „Book bashing“ war geboren.



Das Konzept

Die Bücher sollen mit diesen Kunst-Aktionen ihre letzte Aufgabe erfüllen. Die physische Zerstörung der Werke wird also ausdrücklich in Kauf genommen.

Den Roman „Der Hammermörder“ mit Vorschlaghämmern zu bearbeiten, ist ebenso geplant, wie z.B. das Buch „Ein Jahr Hölle“ für ein Jahr in die Tiefen der Unterwelt hinabzusenken oder auch den Almanach der Formel 1-Saison 2003 am Auto hinter sich her zu schleifen.

Nach der Transformation werden die nunmehr unlesbar gewordenen Bücher ehrenvoll bestattet, so dass sie in einem natürlichen Kreislauf vielleicht wieder zu etwas Neuem werden können.

Um über 20 Bücher ihrem Titel entsprechend in neue Kunst zu verwandeln, engagierten Miksch und Farrow bereits eine Gruppe unterschiedlicher Performancekünstler und kreativer Köpfe aus verschiedenen Fachbereichen, um ihre Ideen in die Tat umzusetzen.

„Kunst darf vergänglich sein. Es muss nur Zeugen geben, die darüber berichten können.“

Anke Miksch, 1999

Die Realisierung

Da Aktionskunst nur für einige Augenblicke existiert, werden Vorbereitung und Durchführung im Detail dokumentiert. Jedes Event wird mittels mehrerer Film- und Fotokameras festgehalten. Fotografen, Kameraleute und Grafiker realisieren so eine nahezu lückenlose Dokumentation.

Miksch und Farrow arbeiten jede Performance individuell anhand des Buchtitels aus und wählen Darstellungsweise und Location. Die gesamte Künstlergruppe setzt diese Ideen im Zeitraum von September 2007 bis März 2008 an verschiedenen Orten in ganz Deutschland in die Tat um. Publikum wird bei den Events zwar nicht ausdrücklich eingeladen, ist jedoch gern gesehen. Zu einigen Performances werden Pressevertreter eingeladen.





Das Ergebnis

Aus dem umfangreichen Foto- und Videomaterial werden folgende Dokumente entstehen:

1) Kunst-Fotobuch
Ein ausführlicher Bildband mit zahlreichen Farbabbildungen, Interviews der Beteiligten, Statements und Konzeptbeschreibungen wird das erste Dokument dieses Projekts sein.

2) DVD
Zusätzlich zum Buch erhält jeder Käufer mittels Anforderungskarte eine gratis DVD mit einer multimedialen Dokumentation zum Projekt und über 20 einzelnen Video-Clips zu den Events.

Die Verantwortlichen

Anke Miksch, geboren 1970, studierte Literatur- und Medienwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Sie verfasste u.a. die Drehbücher zum Underground-Film „Strangeways“ mit Philipp Schiemann und zur Komödie „Denn sie wissen, was sie tun“, veröffentlichte zahlreiche deutsch- und englischsprachige Gedichte und leistete mit ihrem Buch „Hermann Hesses ‚Kurgast’ als Spiegelbild seiner Krise“ (Essen 2007) einen wichtigen Beitrag zur Hesse-Forschung, dem zahlreiche Fachvorträge folgten. Ihre Studie über die Weimarer Republik „Das arabische Café“ erscheint im Frühjahr 2008. Mit ihrem neu gegründeten Augenstern-Verlag will sie der Kunst abseits vom Mainstream ein breiteres Forum und jungen, unbekannten Autoren eine Anlaufstelle bieten.

Mian Farrow, geboren 1974, studierte Linguistik und Medienwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seine künstlerische Betätigung ist vielfältig. Er war Frontman der Hannoveraner Kultband „Meat meets Meat“ und arbeitete bei interaktiven Improvisations-Events eng mit Medienkonzernen wie den Paramount Pictures zusammen. Farrow entwarf Webauftritte, partizipierte an verschiedenen Buchprojekten und ist heute im Multimediabereich tätig. Im Rahmen einer Studienreise hielt er 2001 u.a. Gastvorträge an der UC Davis und nahm am "Have you seen the fnords"-Festival in San Francisco teil. Sein künstlerischer Schwerpunkt liegt im Bereich Theater – Film – Musik, in dessen Rahmen er sich für junge, unbekannte Aktionskünstler engagiert.



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