Mittelalter reloaded
November 8, 2007 4:16 pm Fotodokumentation, Paracelsus, PerformancesWie bereits angekündigt, haben wir am 28.10. das Buch “Paracelsus” von Kurt Allgeier zu einem Heiltrunk verkocht. Nein, nicht wir – Paracelsus war es selbst, oder zumindest unser hochbegabter Paracelsus-Darsteller Andreas. Er heilte mit Hilfe der Rezepte aus seinem geheimnisvollen Buch zuerst Leslie von ihren Rückenleiden, dann Axel von Magenbeschwerden und Anke von Kopfschmerzen. Nur bei Marikos Herzproblemen half nichts – bis der Meister das Buch selbst als Heilkraut verwendete. Seht selbst…
Die Vorbereitungen:
Als erstes muss natürlich ein Feuerloch ausgehoben werden.
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Danach müssen – unter der künstlerischen Gesamtleitung von Frau Miksch – die Kostüme angelegt werden.
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Ein türkises Gewand war auch schon in früheren Zeit ein Hingucker und Umschnaller.
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Begrüße deinen Henker!
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… derweil kocht in der Feuerstelle schonmal das Wasser vor…
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Burgfräulein Leslie ergötzt sich an feinsten Spezereien.
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.. und der Ingredienzien-Schrein des Heiler wird befüllt.
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Die stattlichen Recken kurz vor der Schlacht…
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…und die Heilpraxis öffnet ihre Pforten.
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Ein letzter Blick in Marikos Augen… und dann geht es endlich LLLLOOOOSSS!!!
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Büchertransformation im Mittelalter. Die Gauklertruppe des Bookbashingteams präsentiert: “Paracelsus” von Kurt Allgeier.
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Etwa in der Mitte bis gegen Ende des Mittelalters begab es sich, daß am Hofe des Königs ein mächtiger Heiler sein Dienste anbot. Sein Ruf war bis weit über die Grenzen der bekannten Welt hinaus gedrungen und von nah und fern kamen geplagte Seelen herbei, die sich von ihm Linderung erhofften.
Hier kommt zum Beispiel der Knappe Axel mit schlimmster Pein im Bauch.
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Kann der Heiler ihm helfen? Er sinniert und grübelt… was steht denn in den paracelsischen Aufzeichnungen über Magenschmerz? Ah.. hier, drei Kümmelschoten, etwas von dem blauen Wässerchen, ein alter Ast und zwei Aspirin… und es wirkt. Axel ist geheilt!!!
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Doch hier kommt schon die nächte Patientin. Das Burgfräulein zu Miksch plagt ein gar übler Schmerz im Stirnbereich. Er zieht sich hinunter bis zum Nervus brainus migränus und liess sie letzte Nacht kaum schlafen. Ein harter Fall für den Heiler.
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Doch auch hier hilft das altehrwürdige Papier des Paracelsus. Während die Maid des Medicus bereits eine Tinktura thomapyrini vorbereitet, schlägt der Heiler die letzten Details für die Vollendung vor. (Da Krötenbeine gerade aus sind, werden kurzerhand Schneckenaugen genommen, die wirken so ähnlich.)
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“Frisch gerührt reicht er den Trank,
Sie trinket ihn sofort…
Er wirkt! Zu Miksch ist voller Dank,
Verlässt geheilt den Ort.”
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Als der Medicus von der nachmittäglichen Hexenverbrennung zu seinem Zelt zurückkehrt, wartet dort schon Maid Mariko auf ihn. Es geht ihr schlecht. Sie leidet unter den schlimmsten Herzschmerzen und womöglich ist sogar ein Mann im Spiel. Auch hier sucht der Heiler bei Paracelsus nach Antworten…
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… und mit der tatkräftigen Hilfer seiner Elevin Anja ist recht bald die Medizin gewonnen und verabreicht.
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Doch was ist das? Mariko ist nach dem Sud noch ebenso betrübt wie zuvor. Herrje, der Trank wirkt nicht – was nun? Das hat der Heiler seit Jahren nicht mehr erlebt. Er geht lange in sich und als er schließlich wieder hervorkommt, richtet er ernste Wort an seine unglückliche Patientin: “Gewiss… ich hätte da wohl noch einen Einfall… allein… er ist sehr teuer.” …
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Doch Kosten spielen für Mariko in ihrer Agonie keine Rolle – und schließlich ist sie gut versichert.
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“Nun denn,” so spricht der Heiler und greift ein letztes Mal zum weisen Paracelsus-Werke. Ein letzter Blick, ein letztes Zögern, doch dann ist es überwunden.
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Und während er langsam das Buch in den brodelnden Kessel gleiten lässt, spricht er Worte voller Zuversicht: “Kessel, oh Kessel, nimm hin dieses Buch des Paracelsus, lasse dein heisses Wasser eindringen in seine Seiten und löse die Weisheit, die Macht und Kunst heraus, die ihm innewohnt. Löse sie und übergibt sie dem Liquidum, damit dies arme Mädchen es in sich aufnehmen könne und qua Paracelsus’ Kraft geheilt werde.”
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Schon nach kurzer Zeit lösen sich einzelne Seiten heraus und wirbeln im dem kochenden Gebräu herum. Zuerst sehr schnell, dann immer langsamer und langsamer – sie geben ihre Kraft ab an die Flüssigkeit und sind am Ende gar nicht mehr Buch.
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“Maid Mariko, so trinkt. So trinkt doch und gesundet schnell. Alle Kraft in diesem Trank.”
Auch er treue Hund Lucky will bei der Genesung helfen.
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Und wirklich – der Medicus hatte nicht gelogen. Binnen Augenblicken erstrahlt Mariko wieder fröhlich wie eh und eh. Vergessen der Schmerz, vergangen das Leid, das sie so lange nicht hatte abschütteln können. Und so bedankt sie sich überglücklich bei ihrem Retter, beim Medicus con Paracelsus.
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Noch Wochen später sprachen alle Mägde, Ritter, Herolde und Hofnarren (besonders die) von dem berauschenden Abschiedstanz der Mariko. Sogar der König selbst war tief bewegt vom ihrem Leid und ihrer Rettung. Danke, Heiler, danke, Buch des Paracelsus, danke Kurt Allgeier.
(Danach ging sie übrigens zurück in das weit entfernte Land, aus dem sie gekommen war. Und dort passierten ihr schon kurz danach ganz viele schlimme Sachen. Wirkliche scheußliche Dinge. Aber das sind anderen Gesichten und sollen woanders erzählt werden.)
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Hier endet die Geschichte um den Heiler und sein Buch – genau wie das Buch selber. Zurück blieb der Kessel und darin ein vollends verbrauchtes Buch.
This book ist sowas von officially bashed…
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Mariko ging es dann auch wieder so gut, daß wir noch eine Figur für die nächste Europameisterschaft im Synchronfilmen in Dänemark einüben konnten.
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Vielen Dank noch einmal für das großartige Team eines tollen Tages.
Wir konnten gut sein, weil Ihr brillant wart!!
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Mian
PS: Ein großes Sorry an Leslie.. offenbar waren alle von Deiner Schauspielkunst so dermaßen weggeblasen, daß es kein – aber auch nicht mal ein einziges – Foto von Deinen Rückenproblemen gibt (Leslie hatte “Rücken”). Aber das Video kommt ja auch noch!!

Rob :
Date: November 9, 2007 @ 13:35 pm
Mir gefällt das Versicherungskarten-Motiv.
Gruß
Rob
Yvönnsche :
Date: November 9, 2007 @ 18:04 pm
Jetzt denkt jeder ich bin eine verfressene Kunststudentin mit einer riesen Nase *lach*
So scheiße sah ich doch gar nciht aus, dass ich auf keinem Foto druff bin…. Und dafür hab ich gefroren?
War aber lustig!
H.P.Baxxter :
Date: November 9, 2007 @ 22:32 pm
Dann lass Dich doch mal im Bikini (mit Bagutte unter dem Arm) fotografieren.
Yvönnsche :
Date: November 11, 2007 @ 14:19 pm
Neee, wohl eher nicht!